ULMER FEIERN SCHLAGERPARTY MIT DIETER THOMAS KUHN ⋆ Dieter Thomas Kuhn & Band

Pressebericht vom 19.07.2010

  • ULMER FEIERN SCHLAGERPARTY MIT DIETER THOMAS KUHN

    Südpresse  •  19.07.2010  •  von JÜRGEN KANOLD

    ULM. DIE SCHLAGERPARTY DES JAHRES FNAD AUF DEM ULMER MÜNSTERPLATZ AM SONNTAGABEND STATT: DIE SINGENDE FÖNWELLE DIETER THOMAS KUHN BEGEISTERTE 800 FANS. SEHEN SIE DAZU AUCH UNSER VIDEO:

    „Hossa!“, grüssen die Mädels mit den Sonnenblumen im Haar. „Karamba!“, entgegnen die Männer in ihren Schlaghosen. Ja, so war das am Sonntagabend auf dem Münsterplatz. Zwei Stunden angeschärfter, auch gerockt versoßter deutscher Schlager mit Dieter Thomas Kuhn. Eine Riesenparty fröhlicher Menschen. „Musik ist Trumpf“, schallt es aus den Lautsprechern. Und ab geht’s mit dem „Papst des schlechten Geschmacks“ im Silberglitzeranzug und seiner munteren Kapelle in schrillen Farben. Und was er nicht alles verspricht. Einen Abend voller Leidenschaft: „Jaah!“, grölt die Menge. Voller Lust: „Jaaah!“ Voller Liebe: „Jaaaah!“

    Geschluchzt aber hatten die Fans des Dieter Thomas Kuhn damals, im Juli 1999, als der Schlagergott zum ersten Mal auf dem Münsterplatz aufgetreten war. „Sag mir quando, sag mir wann?“ Blöde Frage: Nur zu bald war’s tatsächlich vorbei gewesen. Auf Abschiedstour hatte sich der singende Friseur aus Tübingen befunden, 10.000 Partywütige waren zum Lebewohlsagen gekommen, noch einmal tief eintauchend in den Herzschmerz-Kitsch der 70er, den Kuhn so brav ironisch erlaubte, erst möglich machte. Wahre oder falsche Gefühle? Egal. Kuhn hatte eine Marktlücke aufgestoßen, bediente die Sehnsüchte einer Generation, die mit Dalli-Dalli, „Thoeeelke!“ und der Hitparade aufgewachsen war und sich ihre Erlebniswelt gerne in der Vergangenheit borgte. Heimat im Schlagerrausch, für den man sich allerdings nicht schämen musste, wenn man faschingsmäßig mit Schlaghose und Sonnenblumen-T-Shirt antrat. Alles Retro. Hier durfte man schunkeln ohne Gesichtsverlust. Nur der blonde Dieter hatte damals dann doch genug und war sich offenbar nicht mehr so sicher, ob Tränen wirklich nicht lügen. Er rasierte die Fönwelle ab, hörte auf, als es am schönsten war.

    „Gute Nacht, Freunde“ hieß es 1999. Aber Dieter, hallo, was war los? Na ja, er kehrte zurück. 2005 trat Kuhn wieder auf. Rund 400.000 Fans erlebten seither seine Konzerte, hat seine Management zusammengezählt. Und amSonntagabend kamen weitere 8000 dazu; natürlich die Generation der mittlerweile 40- und 50-Jährigen, aber auch viele Nachgewachsene, die nicht mehr wissen, wer Bata Illic ist, aber auch gerne Spaß haben. Ein Open Air bester Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. „Schalala“ heißt
    Kuhns aktuelle Tour, und damit ist eigentlich auch über Anspruch, Inhalt und Botschaft alles gesagt.

    Kuhn versöhnt und spielt mit dem Schlager, als sei die Zeit stehengeblieben, schwenkt die BH-Trophäen – nur dass er jetzt ein Bärtchen trägt. Revival des Revivals. Alles Party. Alle wieder mit dabei: Wer würde schon zu Udo Jürgens gehen? Auf dem Münsterplatz aber singt und tanzt die Masse ausgelassen „Griechischer Wein“. Und um zehn dann die letzten Zugaben mit seiner zappeligen Kapelle, nein, nicht im Bademantel, sondern im Trainingsanzug: „Butterfly“, „Tränen lügen nicht“. Mit Massenchor, im Konfettihimmel.

    Also bitte: Sage noch einer, die jüngeren Deutschen würden keine Volkslieder mehr singen.

      Quelle:   Südpresse